Paypal in der Schweiz » Ein kompletter Guide, wie Du Paypal in der Schweiz nutzen kannst

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Ich selbst lebe bereits seit fast fünf Jahren in Zürich. Ursprünglich aus München, bin ich es gewohnt gewesen, meine zahlreichen Onlinekäufe mit Paypal zu tätigen. In Deutschland war Paypal wirklich allgegenwärtig – schnell mal eben zahlen oder bezahlt werden. Wer mit Freunden häufig unterwegs ist, kennt den Vorteil sich Rechnungen teilen zu können, oder die kostenfreie Funktion zu nutzen Geld an Freunde und Familie zu senden. Doch als ich in die Schweiz zog, ahnte ich ja gar nicht, welche Umstellung auf mich lauern würde: Paypal und die Schweiz sind keine besten Freunde. Denn weder Onlineshops, noch Kiosks am Bahnhöfen offerieren Paypal als Zahlmöglichkeit. Ich machte mich also auf diese Suche im Netz und erkundigte mich, wie es um Paypal in der Schweiz steht: Ein paar Klicks später und nach Recherche auf diversen Unterseiten von Paypal stellte ich dann überraschend fest: PayPal ist zwar in der Schweiz verfügbar, aber vieles ist komplizierter – und oft auch teurer – als in Deutschland. In diesem Beitrag führe ich Dich ein in die komplizierte Beziehung zwischen paypal und der Schweiz und zeige Dir:

  1. Wie Du Paypal in der Schweiz nutzen kannst
  2. Was Du benötigst, um Paypal hier zu nutzen
  3. Auf welche Veränderungen Du Dich gefasst machen musst, wenn Du Paypal in der Schweiz nutzen willst.

Genau in dieser Situation befinden sich viele Expats und auch Schweizer Konsumenten: Man kennt Paypal, doch im Alltag stellt sich die Frage: Lohnt sich PayPal in der Schweiz wirklich? Und welche Alternativen gibt es?

Daher bespreche ich auch, wie Du ganz einfach und bequem anderweitig in der Schweiz zahlen kannst, quasi als Alternativen, oder Erweiterungen.

PayPal in der Schweiz: Das Wichtigste in Kürze

  1. PayPal ist auch in der Schweiz vorhanden und kann dort benutzt werden. Du kannst ein Paypal Konto eröffnen, oder dein bestehendes mit einem schweizer Konto verknüpfen.
  2. Die Gebühren sind leider höher als in vielen anderen Ländern – ganz besonders bei Fremdwährungen und Zahlungen ins Ausland (zB. ausserhalb der EU).
  3. Viele Schweizer Onlineshops bieten PayPal leider nicht an. Dafür herrschen andere Anbieter wie TWINT. Auch Kreditkarte oder Rechnungskauf sind hier ein Standard.
  4. Für Zahlungen ins Ausland (z. B. Deutschland, USA) ist Paypal jedoch praktisch und oft sehr viel schneller als wenn ihr Banküberweisung nutzt. Dafür eignet sich Paypal ganz besonders.
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In der Schweiz wird Paypal häufig nicht in Läden angeboten. Mobile Payment funktioniert dann besser via Kreditkarten, Google Pay, Apple Pay oder einfach mittels TWINT

Wie funktioniert Paypal in der Schweiz?

Wenn Du in der Schweiz bist, so kannst Du ein schweizerisches Paypal Konto eröffnen. Du benötigst hierfür eine schweizer Adresse und am besten gleich auch ein Bankkonto. Wenn Du im Ausland bist und Paypal benötigst in der Schweiz, so musst Du überlicherweise nichts verändern. Du kannst Paypal weiterhin in der Schweiz nutzen. Nur ein schweizer Bankkonto wirst Du nicht mit Paypal verbinden können, wenn du nicht auch eine schweizerische Meldeadresse hast.

Bist Du erstmal in der Schweiz und hast Dich dort angemeldet, so kannst Du, wie oben bereits erwähnt, ein neues Paypal Konto eröffnen, das extra mit Schweizer Banken funktioniert.

Wie üblich kannst Du dann Paypal überall da nutzen, wo es akzeptiert wird. Leider wirst du nicht besonders viele Paypal Onlineshops in der Schweiz finden.

Paypal Kosten in der Schweiz – Wie hoch sind die Gebühren?

Viele Nutzer unterschätzen die Gebühren. Damit Dir das nicht auch passiert, hier die typischen Kosten für Schweizer PayPal-Nutzer:

  • Kauf im Ausland (Fremdwährung): 3–4 % Umrechnungsgebühr.
    Wenn Du im Ausland einkaufst, fallen Umrechnungsgebühren an – zurzeit liegen diese bei 3-4%. Was bedeutet das? Wenn Du etwas für 200 CHF kaufen möchtest und Du beispielweise bei Amazon Deutschland bestellen möchtest (wie häufig in meinem Fall), muss Du 6-8 CHF oben drauf zahlen – alleine für die Umrechnung.
  • Zahlung mit Kreditkarte: Auch hier fallen teilweise zusätzliche Gebühren an. Konsultiert hierfür entweder die AGB von Paypal, oder die Eurer Bank.
  • Geld empfangen (z. B. als Freelancer): 3,4 % + 0,55 CHF pro Transaktion.
    Möchtest Du Geld empfangen, so fallen 3,4% Nutzungsgebühren an. Das bedeutet: Wenn Du etwas für 100 CHF anbietest, musst Du 3,40 CHF alleine dafür zahlen, dass Du das Geld empfangen willst. On top kommen nochmal 0,55 CHF drauf. Am Ende zahlst Du also ganze 3,95 CHF.
  • Überweisung von PayPal aufs Schweizer Bankkonto: kostenlos, aber dauert 2–4 Tage.
    Möchtest Du Dein Geld bei Paypal auf Dein Bankkonto überweisen, so ist dies zurzeit kostenlos. Um auf Nummer sicher zu gehen, lass Dir von Paypal beim Übertrag anzeigen.

Wie Du siehst zahlen Käufer häufig kaum etwas drauf. Für Verkäufer hingegen ist Paypal oft eine teure Wahl.

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Paypal in der Schweiz ist fast nirgends sichtbar – weder in Onlineshops, noch in Supermärkten.

Wo Paypal in der Schweiz eher unpraktisch ist

  1. Alltagseinkäufe:
    Wer in der Schweiz unterwegs ist, kommt nicht an Migros, Coop, Denn und Digitec vorbei. Alle diese Supermärkte, Einkaufsläden und Filialen setzen jedoch nicht auf PayPal. Du wirst also in den Läden, die am häufigsten in der Schweiz vorkommen, Paypal nicht einsetzen können.
  2. P2P-Zahlungen (Freunde, Familie):
    P2P Zahlungen bedeutet: Person zu Person. Das heisst, wenn die Mutter der Tochter 30 Euro zusendet, ist dies ein P2P Transaktion. Wenn ein Schüler dem Lehrer für die Klassenfahrt 100 Euro zusendet, ist dies ebenfalls eine P2P Zahlung. In der Schweiz dominiert hierfür jedoch Twint, und nicht Paypal. In Deutschland dominiert Paypal die P2P Transaktionen, weil Paypal es sehr einfach, schnell und recht sicher gestaltet. In der Schweiz hat Paypal jedoch kaum jemand für P2P Transaktionen auf dem Smartphone. In der Schweiz nutzen Menschen lieber Twint.
  3. Gebührenintensive Transaktionen:
    Aufgrund der hohen Fremdwährungskosten bei Paypal lohnen sich Einkäufe im Ausland kaum mit Paypal. Da bist Du definitiv auf der günstigeren Seite, wenn Du Kreditkartenzahlungen tätigst – ganz ohne Paypal. Mal sehen, wie sich das in Zukunft entwickeln wird.

Paypal Alternativen in der Schweiz:

Du siehst bereits, dass die Nutzung von Paypal in der Schweiz weitaus schwieriger ist als in Deutschland – Paypal ist teurer, weniger verfügbar und benötigt schweizerische Meldeadresse und Banken. Doch gerade in der Schweiz gibt es starke Alternativen, die ähnliche Funktionen bieten:

  • Twint:
    Twint ist quasi der Standard für P2P (Person zu Person) und Online-Einkäufe. Der Dienst ist zudem für dich als Käufer/in kostenlos, und kann bis dato mit allen Banken verknüpft werden.
  • Kreditkarte (Visa/Mastercard) (auch Prepaid Karte):
    Die Kreditkarte wird ganz klassisch auch in der Schweiz eines der meistgenutzten Bezahlarten. Kein Wunder, sie ist direkt und weltweit akzeptiert. Es fallen meist nur Fremdwährungsgebühren an. Es ist aber immer am besten die eigene Bank zu konsultieren, wenn du eine Übersicht aller Gebühren haben möchtest.
  • Kauf auf Rechnung:
    Traditionell sehr beliebt in der Schweiz. Sobald du jedoch in Zahlungsverzug kommst, könnte es sein, dass du den Rechnungskauf nicht mehr anwenden kannst. In diesem Fall solltest du auf eine andere Zahlart (zB Lastschrift, Twint, etc) ausweichen.
  • Klarna, Apple Pay, Google Pay:
    Im Alltag zunehmend verbreitet werden Klarna, Apple Pay und Google Pay. Apple Pay und Google Pay sind jedoch abhängig von deinen eigenen Bankfunktionen und Service. Je nachdem welche Karten du verwendest und welche Konten du hast, kannst du dein Smartphone verschiedentlich zur Bezahlung nutzen.

Praktische Tipps für Schweizer Paypal Nutzer

Wie ich Dir gezeigt habe, ist Paypal in der Schweiz kein sher wichtiger Zahlungsanbieter. Umso wichtiger ist dann die Frage, wofür man überhaupt Paypal in der Schweiz benötigt? Diese Frage ist durchaus berechtigt, da Du einen Account bei Paypal haben musst. Die goldene Regel, wenn man ein unkompliziertes Leben lautet nunmal: Je weniger Dienstleistungen Du benötigst, desto besser. Es kann also unnötig sein zu viele Konten, Dienste, Apps usw zu haben, weil sie mehr Verantwortung, Geld (zB. durch Verzugsgebühren, Mahnungen, Nichtnutzungsgebühren, etc.) und Lebenszeit kosten. Demzufolge stelle ich Dir drei zusätzliche Tipps vor, wie Du trotz geringer Paypal Nutzung in der Schweiz dennoch Paypal in peto haben kannst:

  1. Nur für Auslandseinkäufe nutzen
    Nutze Paypal für Einkäufe ausserhalb Schweiz. Paypal bietet zusätzlichen Käuferschutz, oft besseren als wenn Du Auslandsüberweisungen tätigst.
  2. Konto mit Bank statt Kreditkarte verknüpfen
    Um Doppelgebühren zu vermeiden, solltest Du Dein Konto statt Kreditkarte mit Paypal verknüfen. Wieso? Weil Du damit usätzlich Kreditkartengebühren vermeiden kannst. Wie immer, entscheidet sich dies im Einzelfall. Aber meine Erfahrung ist, dass wenn Du ein Bankkonto nutzt, statt teure Kreditkartenanbieter, Du am Ende des Tages unnötige Zusatzgebühren (zB durch Fremdwährung) einparts.
  3. Währungsumrechnung deaktivieren
    Wenn du kannst, dann solltest du direkt in CHF oder EUR abbuchen lassen (spart bis zu 3 %). So vermeidest du Gebühren durch Währungsumrechnung seitens deiner Bank.

Fazit: PayPal in der Schweiz kann praktisch sein, ist aber oft nicht die erste Wahl

Wie eingangs erwähnt, habe ich bereits fünf Jahre in der Schweiz zugebracht und sehe hier meinen neuen Lebensmittelpunkt. Als jemand, der in Deutschland täglich mit Paypal zu tun hatte, kann ich beide Welten recht gut vergleichen. Wenn ich diesen Beitrag zusammenfassen müsste, so lautet mein Resümee am Ende des Tages: PayPal bleibt zwar ein guter Begleiter für internationale Zahlungen und digitale Abos, ABER im schweizer Alltag ist die Wahrheit nunmal: Twint, Kreditkarte und Kauf auf Rechnung sind oft günstiger, einfacher und werden häufiger akzeptiert.

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Paypal und die Schweiz – eine traurige Beziehung

FAQ: Häufige Fragen zu PayPal in der Schweiz zusammengefasst

Gibt es Paypal in der Schweiz?

Ja.

Kann ich PayPal mit einem Schweizer Konto verbinden?

Ja. Das geht sowohl mit Kreditkarte als auch mit Deinem Bankkonto (z. B. UBS, Raiffeisen, PostFinance).

Warum akzeptieren so wenige Schweizer Shops PayPal?

Weil Gebühren für Händler leider sehr hoch sind. Ausserdem haben sich schweizerische Lösungen wie TWINT oder UBS App durchgesetzt.

Ist Paypal in der Schweiz sicher?

Ja. Es bietet dieselben Sicherheitsstandards wie weltweit. Käuferschutz ist aktiv.

Lohnt sich Paypal in der Schweiz überhaupt?

Nur teilweise: Für Auslandsbestellungen und internationale Zahlungen ja, im Alltag fast nie. Wer mit Smartphone bezahlen möchte, sollte in der Schweiz digitale Kreditkarten, Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay, Twint oder die in Smartphones integrierte NFC-Funktion verwenden.

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