Sollzinsbindung & Baukredit: So wählst Du die richtige Sollzinsbindung für Baufinanzierung

Sollzinsbindung Tipp Baukredit

Für Familie Meier aus Karlsruhe sorgt die niedrige Zinsbindung für finanziellen Schaden

Als Familie Meier 2020 ihr Eigenheim in der Nähe von Karlsruhe finanzierte, entschieden sie sich für eine Zinsbindung von nur zehn Jahren. Damals waren jedoch die Bauzinsen auf einem historischen Tiefstand, weshalb Meiers dachten, danach könnte es nur günstiger werden. Doch 2025 sieht die Welt ganz anders aus: Die Zinsen sind stark gestiegen, und ihre Anschlussfinanzierung wird deutlich teurer als erwartet. Was das genau bedeutet, und wie Ihr Euch besser vor so etwas schützen könnte, darum geht es in diesem Beitrag. Denn genau an solchen Geschichten zeigt sich nunmal, wie entscheidend die Wahl der richtigen Sollzinsbindung ist: Wer sie unterschätzt, riskiert später hohe Mehrkosten, oder sogar schlimme finanzielle Schwierigkeiten.

In diesem Artikel erfährst Du insbesondere:

  • was „Sollzinsbindung“ bedeutet,
  • welche Bindungsfristen es gibt,
  • wie sich lange vs. kurze Bindungen auf Kosten, Restschuld und Planungssicherheit auswirken,
  • und welche Tipps Du bei der Wahl beachten solltest.

Die Sollzinsbindung – Was ist das?

Die Sollzinsbindung bezeichnet die Zeitspanne, in der der vereinbarte Zinssatz für Dein Darlehen unverändert bleibt. Während dieser Frist darf die Bank den Zinssatz für Deinen Kredit nicht erhöhen oder senken, und das ganz unabhängig davon, wie sich die Zinsmärkte entwickeln. Damit erhälst Du eine gewisse Planungssicherheit. Für Baufinanzierungen ist das besonders wichtig, da es um sehr hohe Summen und lange Rückzahlungszeiträume geht. Eine feste Sollzinsbindung gibt Dir also die Sicherheit konstanter Monatsraten!

bauen-sollzinsbindung
Sollzinsbindung gibt mehr Planungssicherheit

Sollzinsbindung vs. Laufzeit – Was ist der Unterschied?

Immer wieder hören wir von Lesern, die Sollzinsbindung mit der Kreditlaufzeit verwechseln. Daher hier noch einmal der gravierende Unterschied zwischen der Laufzeit und der Zinsbindung:

  • Laufzeit: Zeitraum, bis das Darlehen vollständig zurückgezahlt ist.
  • Zinsbindung: Zeitraum, in dem der Zinssatz fixiert ist.

Beispiel: Bei einer Zinsbindung von 15 Jahren kann es gut sein, dass danach noch eine hohe Restschuld offen ist. Diese muss über eine Anschlussfinanzierung weiter bedient werden.

Wie immer gilt: Keine Regel ohne Ausnahme:

Volltilgerdarlehen

Beim Volltilgerdarlehen entspricht die Sollzinsbindung der kompletten Laufzeit. Mit einer Tilgungsrate von 3–4 % und einer Bindung von 20–30 Jahren lässt sich das Darlehen komplett innerhalb dieser Frist zurückzahlen.

Welche Zinsbindungen sind üblich bei Baukrediten?

Viele Banken und Sparkassen bieten in der Regel folgende Sollzinsbindungen an:

  • 5 Jahre
  • 10 Jahre
  • 15 Jahre
  • 20 Jahre
  • 25 Jahre
  • 30 Jahre

In Niedrigzinsphasen waren bei Baukrediten lange Zinsbindungen sehr beliebt, da man sich die günstigen Konditionen so für Jahrzehnte sichern konnte. Bei Förderdarlehen der KfW ist die Auswahl eingeschränkter: Hier ist die Dauer meist nur 5 oder 10 Jahre.

Wann beginnt die Sollzinsbindung?

Je nach Dalehensart beginnt die Sollzinsbindung an unterschiedlichen Punkten:

  • Annuitätendarlehen:
    Beim Annuitätendarlehen startet die Zinsbindung mit Vertragsabschluss.
  • Forward-Darlehen:
    Beim Forward-Darlehen beginnt die erst zum vereinbarten Start der Zinszahlung.

Verzögerte Auszahlung: Auch wenn die Bank das Geld erst später auszahlt, bleibt der Startzeitpunkt der Zinsbindung gleich. Für noch nicht abgerufene Beträge können jedoch Bereitstellungszinsen anfallen. Dies solltet ihr berücksichtigen, wenn ihr den Vertrag unterzeichnet.

baukredit-sollzinsbindung-beginn
Je nach Darlehensart beginnt die Sollzinsbindung an unterschiedlichen Zeitpunkten.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Blog. Setzte ein Lesezeichen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert