Derivate

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Alles Wichtige über Derivate

Derivate sind unterschiedliche Finanzprodukte, die auf Wertpapieren, Rohstoffen oder Währungen basieren. Einige haben als Grundlage Kennzahlen, Kurs- und Zinsentwicklungen oder Rohstoffpreise. Die Entwicklung der Basis bestimmt daher weitgehend den Preis des Derivates. Der große Unterschied zu einer Aktie beruht darauf, dass Du bei einem Derivat auf einen fallenden Kurs setzen kannst. Diese Art von Finanzprodukten existieren bereits seit Tausenden von Jahren als Terminverträge. Damit haben sich die Händler vor einem Preisverfall geschützt. Diese Art von Derivaten werden heute noch sowohl an der Börse als auch außerhalb gehandelt.

Welche Arten von Derivaten stehen zur Auswahl – Gruppen von Derivaten im Überblick:

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Diese Finanzprodukte gehören zu jenen mit dem höchsten Risiko am Markt. Privatanleger verwenden sie für Spekulationen. Manche Investoren sichern damit Ihre Kurs- und Währungsrisiken ab. Der Fokus liegt trotzdem immer auf der Minimierung des Risikos, auch bei spekulativen Geschäften.

Optionen

Der eigentliche Kauf des Wertes findet in der Zukunft statt. Es wird
lediglich das Recht abgesichert, zu einem bestimmten Zeitpunkt und Preis etwas 
zu kaufen. Termingeschäfte sind typisch für diese Variante. Dieses Recht wird 
durch Optionsscheine belegt. Der Kauf ist dennoch nicht bindend.

Futures oder Terminkontrakte

Diese sind ähnlich aufgebaut, verpflichten aber. 
Aus dem Kauf kannst Du nur durch einen Weiterverkauf austreten (Glattstellen der
Position). Das betrifft hauptsächlich Rohstoffe wie Aktien, Öl oder Weizen.

Zertifikate

Das sind Schuldverschreibungen von Banken, die als Emittenten 
gelten. Investoren setzen genau wie bei Futures auf eine bessere Entwicklung 
einer Aktie, eines Rohstoffes oder eines ganzen Aktienindex. Das Risiko wird
durch die Bank bestimmt. Eine Form davon sind ETCs (Exchange Traded Commodities.
Zertifikate bündeln mehrere Kontrakte und besitzen verschiedene Laufzeiten.

Differenzkontrakte

Bei Contracts for Difference (CFDs) setzt Du im Gegensatz 
zu den vorgenannten Finanzprodukten darauf, dass der Kurs eines Basiswertes
(Rohstoff, Aktien, etc.) sinkt. Der Broker muss aber naturgemäß trachten, 
dass der Kurs steigt. Sinkt der Kurs, muss der Broker dem Investor die 
Differenz zum Ausgangskurs zahlen.

Swaps

Dabei handelt es sich um Tauschgeschäfte (Swaps). Dabei werden 
Zinssätze über einen festgelegten Zeitraum ausgetauscht. Dabei kannst Du 
auf die negative oder positive Zins- oder Preisentwicklung setzen.

Wie kannst Du das Risiko absichern?

Beim Handel mit Derivaten wettest Du praktisch darauf, dass eine bestimmte Entwicklung von Rohstoffen, Kursen oder Aktien eintritt. Das damit verbundene Risiko ist dabei natürlich relativ hoch, dennoch ist der mögliche Gewinn nicht zu verachten. Deshalb ist eine solide Absicherung des Risikos (Hedging) essenziell. Damit lassen sich Preisexplosionen, Preisverfälle und Kursschwankungen ziemlich gut absichern. Diese Strategie nutzen sowohl Investoren als auch private Anleger und gewerbliche Unternehmen. Bei Hedgegeschäften geht es darum, sich den Preis für die Zukunft zu sichern. Das kann über Optionen oder Futures außerbörslich (Over-the-Counter) oder an der Börse geschehen.

2 Beispiele: Weizen und Devisen

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Weizen

Ein Weizenbauer möchte am Ende des Jahres nicht unter 200 Euro für seinen Weizen bekommen. Er kann aber nicht sicher sein, dass bis dahin die Preise fallen. Deshalb kauft er sich ein Future, dass ihm das zusichert. Sein Gegenüber ist eine Keksfabrik, die den Weizen braucht und nicht mehr als 200 Euro am Ende des Jahres zahlen möchte. Der Preis könnte bis dahin steigen. Für diese Absicherung steigt die Keksfabrik in das Future ein. Einer der beiden macht am Ende des Jahres, je nach der Entwicklung des Preises bis zum Jahresende ein gutes Geschäft. Fällt der Preis, hat der Weizenbauer gewonnen, weil er sich gut abgesichert hat. Steigt der Preis, spürt der Keksfabrikant durch das Hedge-Geschäft die Preiserhöhung nicht.

Devisen

Auf dem Devisenmarkt oder Forex sichern Investoren Kursschwankungen durch Hedgegeschäfte ab. Das ist für alle Unternehmen wichtig, die mit Ländern Geschäfte machen, die eine andere Währung als die eigene haben. Ein deutscher Pharmakonzern beliefert die USA. Beginnt der Dollar zu schwächeln, bedeutet das für den Pharmakonzern einen Umsatzrückgang. Um sich dagegen abzusichern, wetter er mit einem Derivat auf den Euro. Fällt der Dollar, ist er abgesichert und hat keine oder nur geringe Verluste.

Fazit

Was für die einen ein großes Risiko ist, ist für andere eine gute Absicherung. Mit Derivaten kannst Du Deine Risiken am Finanzmarkt durch Hedgegeschäfte absichern. Die Basiswerte sind vielfältig und du hast eine große Auswahl, die davon abhängt, ob Du eine Privatperson oder ein Gewerbebetrieb bist und was konkret Deine Ziele sind.

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