Der Zinssatz steuert die Welt. Aber brauchen wir den Zins auch wirklich?

Lasst das Geld für Euch arbeiten …

… denn Geld bringt Zinsen. Aber brauchen wir den Zins wirklich?

Geld Uhr
Was hat euer Geld noch an wert? Lohnt es sich dann, irgendwelche Zinsen auf sich zu nehmen? In diesem Ratgeber klären wir auf.

Die Sumerer erwähnten vor über 4.400 Jahren den Begriff Zinsen erstmals schriftlich. Die Wissenschaft definiert Zinsen heute so: Preis für die befristete Verleihung von Kapital. Anders ausgedrückt: Der Zins ist eine Art Miete, die Ihr für geliehenes Geld bezahlt. Während es verliehen ist, kann der Vermieter – also der Geldverleiher – sein Vermögen nicht anderweitig nutzen. Darum verlangt er Entschädigung: die Zinsen.

Hatten Eltern und Lehrer unrecht?

Als Kinder brachte man Euch bei: Spart einen Teil des Taschengeldes und bringt es auf die Bank. Dort arbeitet es für Euch und bringt hübsche Zinsen. Viele Menschen glauben dieses Märchen bis heute. Wenn Ihr Euch ein paar Gedanken über Zinsen macht, werden erschreckende Tatsachen klar.

Brauchen wir den Zins wirklich? Hier ein Faktencheck.

  • Geld kann nicht arbeiten
  • Menschen müssen Zinsen erarbeiten
  • Reiche werden durch Zinseinnahmen reicher
  • Arme werden durch Zinsausgabe ärmer
  • Zins und Zinseszins sind Pfeiler des globalen Wirtschaftssystems

Alles über den Zins: Die Vor- und Nachteile

Anhand eines Beispiels der Baufinanzierung möchten wir genauer auf den Zinssatz eingehen. Viele von euch kennen in dem Sinne sicherlich schon Interhyp. Hierbei handelt es sich um ein Unternehmen, welches durch einen Baukredit sein Vermögen aufgebaut hat. In anderen Worten erklärt: Ihr zahlt später mehr zurück, als ihr bekommen habt. Aber lohnt sich trotz der Attraktivität Interhyp einen verzinsten Geldbetrag wirklich?

ThesenGegenargument
Mit kleineren Raten ist der Kredit abzahlbar.Mag sein – Allerdings herrscht trotz des Niedrigzinsens diverse Angebote, die ihr miteinander vergleichen müsst. Außerdem dürft ihr nicht vergessen: Ihr seid für einen langen Zeitraum vertraglich gebunden.
Jetzt wohnen – später Zahlen. Durch den Kredit spare ich mir die Miete.Dafür zahlt ihr allerdings die Raten mit einem Zinsaufschlag ab. Ihr zahlt für eure Wohnung mehr, als sie wert ist. Auch wenn das Angebot verlockend erscheint, sind schon einige Familien deshalb in die Ruinen gestürzt.
Der Vertrag sichert mir nur diesen einen Zinssatz.Für eine Finanzierung spielen wichtige Faktoren immer eine Rolle. Meist beinhaltet ein Vertrag mehr, als das Auge sieht. Überprüft die Zahlen und rechnet sie sorgfältig aus.
Ich kann mir durch den verzinsten Vertrag meinen Traum verwirklichen?Brauchen wir denn den Zins wirklich? Es gibt im Markt Alternativen, wie wir unsere Träume verwirklichen, ohne einen Zins zu zahlen. So gibt es Organisationen, die meist auf religiöser Basis Verträge ohne einen Zinsaufschlag anbieten. Hierbei zahlt ihr lediglich nur die Rate und die Miete. Eine tolle Alternative!
Beliebte Aussagen werden in dieser Tabelle zerlegt. Wenn ihr jedoch im Zuge der Baufinanzierung mehr über den Minuszins erfahren wollt, dann klickt hier.

Achtung – Jetzt aufpassen! Wie beeinflusst der Zins unser Leben?

Nicht oft genug müssen wir uns die Frage stellen, ob wir den Zins wirklich brauchen. Schließlich hat der Zinssatz auch seine Schattenseiten.

Diese Fakten gelten weltweit. Wie sich das Zinssystem auswirkt, ist überall spürbar:

Arme Länder leihen sich Geld, um staatlichen Aufgaben zu erfüllen (und um die Konten der Diktatoren zu befüllen). Dann knebelt die Regierung Wirtschaft und Bürger, um die Zinsforderungen zu bedienen.
Ein Umfrage unter Prostituierten in Thailand ergab: 75 % von ihnen arbeiten in diesem Gewerbe, weil sie durch Kredite und hohe Zinsen belastet sind.

Portmonee Armut
Wenn es auf der Welt nur 100€, und 90€ unter Zehn Menschen verteilt sind, dann leiht sich Elfte einen Kredit für 10€. Dafür zahlt er später 1€ zurück. Doch woher soll erden Euro herbekommen? Das reelle Geld ist 100€. Das Geld im Laufbahn beträgt jedoch 101€. Ergo: Einer wird immer weniger haben als der Durchschnitt. Hört sich doch absurd an, oder?

Wusstet ihr schon, dass selbst eure Steuern verzinst sind?…

Wenn Ihr ein Brot oder ein Brotmesser kauft: Ihr zahlt Steuern. Rund 40 % dieser Steuern verwendet der Staat, um Zinsen und Krediten zurückzuzahlen.

Der Autor Jakob Sprenger (alias Theseus) verfasste 1915 sein Buch „Zins ist Diebstahl – Vom Unsinn und den Verbrechen des Zinses …“. Er erklärt darin, Zins und Zinseszins Kriege und Revolutionen auslösen. Theseus meint: Keine andere Erfindung brachte so viel Leid und Unglück über die Menschheit.

Jetzt wird es interessant: Sind Zinsen unmoralisch?

Die Religionsstifter erkannten, welch negative Kraft dem Zinssystem innewohnt. Im jüdisch-christlichen Teil der Bibel (Altes Testament) steht im 5. Buch Mose: „Du sollst von deinem Bruder nicht Zins nehmen …“ Lukas fordert im Neuen Testament: „…Gebet ein Darlehen, aber erhofft euch keine Gewinne davon.“

Der Koran beschreibt detailliert, dass Handel und Kredite legitim sind, verbietet jedoch Zinsgeschäfte jeder Art. Buddha warnte vor den drei Geistesgiften: Hass, Unwissenheit und Gier. Gelehrte Interpreten des Buddhismus ziehen den Schluss, dass Zinsen ein Teil der geistigen Vergiftung seien.

Brauchen wir den Zins nun – Inwiefern belangt es mich?

Wenn Ihr jetzt denkt: „Das geht mich nichts an, ich habe keine Kredite und zahle keine Zinsen“, ist das ein gewaltiger Trugschluss. Der Bund der Steuerzahler berechnet seit Jahrzehnten die Zinsbelastung der Deutschen. 9.849 Euro fallen jede Sekunde an. Experten schätzen, dass die Steuerbelastung 50 % niedriger wäre. Löhne und Gehälter um mehr als 40 % stiegen. Die Zahl der hungernden und darbenden Menschen auf dieser Welt um 90 % niedriger läge. Wenn es keine Zinsen mehr gäbe.

Aber ohne Zinsen – wie soll das gehen?

Im Juli 2001 verbot die Regierung Pakistan alle Zinsgeschäfte innerhalb des Landes. Die von Experten vorhergesagte Wirtschaftskrise blieb aus. Nach einer kurzen Stagnation wurden die Wirtschaftsdaten des Landes besser. Sind die Lehren von Marx und Engels ein Ausweg aus der Zinsknechtschaft? Nach dem elementaren Scheitern von Kommunismus und Sozialismus besteht absehbar keine Aussicht, die marxsche Theorie praktisch umzusetzen. Doch es gibt Alternativen, die funktionieren – das Freigeld-System von Silvio Gesell ist die bekannteste.
Getrieben durch die Finanzkrisen des 21. Jahrhunderts nimmt die Wirtschaftswissenschaft das Freigeld wieder detailliert unter die Lupe.

Wirtschaft Graphen
Pakistan hat es uns vorgemacht und uns gezeigt, ob wir den Zins wirklich brauchen. Die Antwort lautet nein. Trotz fehlenden Zinssatzes ist die Wirtschaft stagniert und ist dann wieder gestiegen. In vielen Ländern ist trotz des herrschenden Zinses nur das Gegenteil der Fall.

Think globally, act locally

Aber bitte, denkt jetzt nicht, dass Ihr abwarten könnt, bis die Wissenschaftler ein hübsches neues System ohne Zinsen erfinden. Eine Abkehr vom zerstörerischen Zinssystem gelingt, wenn Ihr damit in Euren Köpfen beginnt. Es gibt heute alternative Geldanlagen, die Renditen erbringen. Und das ohne den Gebrauch der Zinspeitsche. Wenn Ihr Geld leihen oder verleihen wollt, fragt Euch, ob Ihr Teil des herrschenden Zinssystems sein wollt. Es geht anders. Geht auf Entdeckungsreise – es lohnt sich. Brauchen wir den Zins also wirklich? Die Antwort lautet: Nein.

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