Festgeld und Festgeldkonto – Was ist das?

Verfügt man über Geld, welches man nicht sofort braucht, bieten Banken die Chance das Kapital anzulegen. Dabei konfrontieren die Finanzunternehmen den Kunden mit verschiedenen Anlagemöglichkeiten – das Tagesgeldkonto und das Festgeldkonto. Ihr erfährt weiter unten was es genau damit auf sich hat.

Geld - Zeit
Euer Geld wächst und wächst, und das mit der Zeit. Wir erklären euch das Prinzip des Festgeldes.

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Bei einem Festgeldkonto ist das Geld für einen bestimmten Zeitraum bei der Bank angelegt. In dieser Phase ist es dem Verbraucher nicht möglich über sein Eigentum zu verfügen. Gleichzeitig entscheidet der Kunde wie lange er sein Geld in der Obhut der Bankier geben möchte. Dafür bietet die Bank eine Verzinsung des Kapitals an. Dabei ist der Zinssatz abhängig vom allgemeinen Marktzinsniveau und wird größer, sofern man das Geld über längere Zeit anlegt. Nachdem die vereinbarte Phase abgelaufen ist, erhält man folglich mehr Geld als man überwiesen hat. Gut zu wissen: Mit Begriffen wie Termingeld und Zeitgeld bezeichnet man auch das Festgeld.

Wer in Festgeld anlegt, der schließt folglich mit seiner Bank einen Vertrag ab. Dieser beinhaltet eine Kündigungsfrist und einen Festzins. Das bedeutet, dass der Zinssatz sich während der Vertragslaufzeit nicht ändern kann. Außerdem wird der Vertrag automatisch zu den aktuellen Zinsen verlängert, wenn man diesen nicht gekündigt hat. Zusätzlich sichert die Solvabilitätsverordnung eine Absicherung des Verbrauchers im Falle einer Bankinsolvenz. Die Bank ist trotz Zahlungsunfähigkeit verpflichtet, dem Kunden Kapital zu erstatten. In wie fern sich das Termingeld zu Tagesgeld unterscheidet, erfährt ihr im nächsten Kapitel.

Wie unterscheidet sich das Tagesgeldkonto vom Festgeldkonto?

Ähnlich wie bei einem Zeitgeldkonto handelt es sich bei einem Tagesgeldkonto um einen verzinsten Konto. Allerdings hat der Kunde deutlich mehr Freiheiten als beim Festgeld, da er täglich einmal über sein hinterlegtes Kapital verwalten darf. Dementsprechend dient das Tagesgeld als flexible, finanzielle Rücklage des Verbrauchers, da man sich bei Festgeld zumal bis zu zehn Jahren binden kann und nicht auf sein Geld zurückgreifen darf. Dennoch unterscheidet es sich immer noch von einem Girokonto. Um eine höhere Verzinsung als bei einem Girokonto zu gewährleisten, sind Überweisungen und Lastschriften beim Tagesgeld auf fremde Konten nicht durchführbar.

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Die Flexibilität bei Tagesgeld führt zu einem deutlich geringerem Zinssatz als bei Festgeld. Zwar bindet man sich nicht vertraglich und der Zinsbetrag kann sich täglich ändern, allerdings ist der Effektivzins immer geringer als der angegebene Zinssatz. In einfachen Worten erklärt, verliert der Euro auf eurem Konto an Wert. Dabei könnt ihr euch folgende Formel merken:

Realzinsen = Nominalzinsen – Inflationsrate

Daraus leiten wir ab, dass sobald die Inflationsrate größer ist als der Nominalzins, man Verluste erleidet. Generell werden Tagesgeldkonten mit durchschnittlich 0,01% verzinst. Das ist sehr wenig. Andererseits kann das Eröffnen eines Tagesgeldkontos trotzdem für einige interessant sein.

Festgeld im Überblick – Lohnt es sich?

Die Anlage in Fest- und Tagesgeld gilt europaweit als sehr sicher. Vor allem da die gesetzliche Einlagensicherung (Solvabilitätsverordnung) die Banken im Falle einer Insolvenz verpflichten, dem Kunden bis zu 100.000€ Kapital zu erstatten. Außerdem ist der Zinswert innerhalb der Vertragslaufzeit nicht veränderbar. Zwar können sich Zinsen negativ sowie positiv entwickeln, aber dafür genießt der Verbraucher eine Beständigkeit und ein garantiertes Wachsen seiner Finanzen. Dennoch sind die Zinsen im Vergleich zu anderen Anlageformen um einiges höher. Das erwartet euch bei einer Investition in euer Zeitgeldkonto:

Vorteile:

  • Höhere Zinsen als bei einem Tagesgeldkonto und einem Sparbuch
  • Auch bei schlechtem Zinskurs bleibt euer Zinssatz garantiert
  • Je länger euer Festgeldkonto existiert, desto höher sind die zu erhaltenen Zinsen
  • Europaweite Sicherheit durch die Solvibilitätsverordnung

Das solltet ihr bedenken:

  • Eine Anlage in Festgeld nur bei einer finanziellen Rücklage sinnvoll
    • Eine Investition in euer Festgeldkonto ist nur dann sinnvoll, wenn ihr auch in eurer Zukunft hinreichend abgesichert seid. Immerhin seid ihr vertraglich gebunden und könnt in dieser Zeit nicht auf das Kapital zurückgreifen. Wer über ein unsicheres Einkommen verfügt, dem ist die Anlage in Festgeld nicht zu empfehlen. Auch wenn man in letzter Zeit sehr gut verdient hat, muss man nachhaltig planen.
  • Fester Zinssatz während der Vertragslaufzeit
    • Ein garantierter Zins kann euch ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein. Auf der einen Seite genießt ihr Sicherheit und einen klaren Überblick über euer Geld. Auf der anderen Seite wird ein positives Wachstum des Zinses während euer Vertrag läuft nicht berücksichtigt. Wir empfehlen: Informiert euch bei eurer Bank und auch bei der Konkurrenz. Versucht somit das beste Angebot für euch herauszufinden.

Tagesgeld im Überblick – Lohnt es sich?

Wie oben erwähnt, beträgt die durchschnittliche Verzinsung eines Tagesgeldkontos 0,01%. Wenn man die Inflationsrate in die Verzinsung mit einberechnet, so generiert man durch das Tagesgeldkonto kein oder kaum Geld. Je nach dem Marktzinsniveau kann man Verluste einbüßen, da das Geld an Wert verliert. Als Anlage über Jahre ist das Tagesgeld also nicht zu empfehlen. Es kann trotzdem durchaus Sinn machen sich ein Tagesgeldkonto zu eröffnen. Im Folgenden listen wir euch die Argumente für und gegen das Errichten eines solchen Kontos auf:

Vorteile:

  • Ein Tagesgeldkonto eignet sich sehr gut als Mittel zur Realisierung eures Sparzieles
    • Solltet ihr mehrere Monatsgehälter angespart haben, ist es ratsam ein Tagesgeldkonto zu eröffnen. Sofern ihr plant euch beispielsweise ein Auto zu kaufen, kann man das Konto als kurzfristige Anlage nutzen. Somit vermeidet ihr, dass ihr unnötig euer Geld ausgibt. Falls ihr doch noch von eurem Kapital abhängig seid, könnt ihr Geld von eurem Tagesgeldkonto beanspruchen. Dementsprechend vermeidet ihr ein Überziehen eures Girokontos und ihr belastet euch nicht mit teuren Dispokrediten.
  • Das Tagesgeldkonto ist wie das Festgeldkonto auch eine sichere Anlageform
    • Auch hier tritt die Solvibilitätsverordnung in Kraft. Daher braucht man sich keine Sorgen zu machen das Geld zu verlieren. Das EU-Gesetz garantiert euch eine Auszahlung von bis zu 100.000€.
  • Die Verfügbarkeit ist hoch: Viele Banken bieten ein Tagesgeldkonto an
    • Wenn ihr bei der Sparkasse beispielsweise schon ein Girokonto besitzt, dann könnt ihr auch dort ein Tagesgeldkonto eröffnen. Hierbei braucht ihr nicht euch das beste Angebot bei der Konkurrenz einzuholen, da die Verzinsung überall ähnlich gering ist. Sucht euch ein Konto bei der Bank aus, dass euch euer Finanzmanagement erleichtert. Somit könnt ihr im Notfall leichter auf euer Angelegtes zurückgreifen.
Sparschwein
Um kurzfristige Ziele zu verwirklichen, eignet sich das Tagesgeldkonto besser als das Sparschwein. So muss kein Schwein mehr an die Zerstörung glauben. Schwein gehabt!

Nachteile:

  • Einen höheren Zinssatz als bei einem Sparbuch, aber immer noch sehr gering
    • Das Tagesgeldkonto eignet sich nicht um mehr Geld zu generieren. Im Gegensatz zum Sparbuch ist der Zinssatz trotzdem sehr flexibel und kann je nach Lage des Wirtschaftsmarktes auch steigen.
  • Finanzielle Geschäfte sind nicht möglich
    • Die meisten Funktionen für Transaktionen sind mit eurem Tagesgeldkonto nicht kompatibel. Damit erfüllt das Tagesgeldkonto die Funktion einer kurzfristigen Sparanlage.

Fazit: Für welches Konto solltet ihr euch entscheiden?

Wenn ihr euch für eines der Kontotypen entscheiden wollt, dann empfehlen wir euch über Folgendes Gedanken zu machen:
Sind euch feste Zinsen oder eine tägliche Verfügbarkeit wichtig?
Wer über kein festes Einkommen verfügt, der sollte sich Angebote zur Eröffnung eines Tagesgeldkontos einholen. So kann er auch im Notfall über sein Geld verfügen. Für diejenigen, die schon über eine finanzielle Rücklage verfügen, kann das Festgeldkonto das richtige Konto sein. Mit Festgeld arbeitet euer Geld für euch. Sofern ihr euch sicher seid auf das hinterlegte Kapital für eine gewisse Zeit verzichten zu können, bieten unzählige Banken eine attraktive Verzinsung eures Guthabens.

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