In Deutschland oder im Ausland Festgeld anlegen?

Gerade in dem aktuellen und seit einigen Jahren schon andauernden Niedrigzinsumfeld müssen Anleger oder Sparer sehr froh sein, wenn diese überhaupt noch Zinsen für die Anlageformen, wie Fest- oder Tagesgeld, erhalten. Hier gibt es eine große Anzahl von Banken und Kreditinstitute, die auch die Verzinsung bei Tages- und Festgeld „auf Null“ gesenkt haben. Im Ausland sind hier die Zinsen für eine dortige Festgeldanlage etwas höher.

Festgeld
Über die Zeit Geld anlegen – Das Festgeldkonto ist eine Möglichkeit, mit der ihr bei der Bank durch Zinsen euren Gewinn erhöhen könnt. Allerdings sind die Zinsen so gering, dass es sich meistens nicht lohnt. In diesem Ratgeber stellen wir die Frage, ob sich die Anlage in Festgeld im Ausland mehr lohnt.

Festgeld im Ausland anlegen

Die Gründe, weshalb hier ein Zinsgefälle zwischen den inländischen und ausländischen Banken vorhanden ist, umfassen mehrere Faktoren. Dazu gehören zum Beispiel das allgemeine wirtschaftliche Umfeld, die Größe des Geldinstituts sowie das aktuelle Angebot und die aktuelle Nachfrage. Auch müssen gerade ausländische Banken und Kreditinstitute hier deutlich höhere Zinsen anbieten, um zu bewerkstelligen, dass deutsche Sparer diese Banken oder Kreditinstitute gegenüber den einheimischen Angeboten bevorzugen.

Die Sicherheit beim Festgeld im Ausland anlegen

Der Sicherheit sollte neben der Rendite bei einer Geldanlage ebenfalls besondere Bedeutung zukommen. Jede Bank oder jedes Kreditinstitut mit Sitz innerhalb der Europäischen Union (EU) ist von Gesetzes wegen verpflichtet, 100.000 Euro Spareinlagen pro Anleger mit einer Garantie zu versehen. Dabei ist diese EU-Richtlinie nach der Finanzkrise 2008 eingeführt worden. Eine Überarbeitung erfolgt nochmals im Jahr 2014. Diese Regelung bedeutet auch für den Festgeldanleger, dass im Falle einer Insolvenz bei der angelegten Bank oder dem angelegten Kreditinstitut der Anleger das angelegte Festgeld zu dem hier festgelegten und gesetzlich zugesicherten Wert von 100.000 Euro je Anleger zu 100 Prozent zurück bekommt. Dies erfolgt durch eine staatliche Garantie.

Das bedeutet dann, dass bei einer Festgeldanlage bei der französischen Credit Agricole diese Sicherheit vom französischen Staat oder bei einer Festgeldanlage bei der Kommunalkredit Invest der österreichische Staates eine solche Garantie übernehmen. Somit spielt hier aber auch beim Risiko einer solchen ausländischen Festzinsanlage das persönliche Vertrauen jedes einzelnen in das Finanzsystem der Nachbarländer hier eine Rolle.

Festgeld im Ausland anlegen – Der Ablauf

Damit man Festgeld in einem bestimmen Land anlegen konnte, war es früher erforderlich im Zielland über ein Bankkonto sowie über eine Meldeadresse zu verfügen. Zwischenzeitlich im digitalen Zeitalter gibt es hier andere Wege, um Geldanlagen über nationalstaatliche Grenzen zu bewegen. Dies erfolgt häufig ohne Zusatzkosten.

Geld sparen
Mit kleinen Summen schon ein Vermögen ansparen. Mit dem Festgeldkonto ist das möglich, sofern man viel Zeit mitbringt.

Dabei sind Zweistellen oder Niederlassungen von ausländischen Banken und Kreditinstituten im Inland ein gutes Instrument, um hier Kundenvertrauen aufzubauen. Somit könnt ihr die Präsenz vor Ort stärken. Als Beispiel kann hier die in Deutschland ansässige Deniz Bank AG als Teil der türkischen Denizbank Financial Service Group angeführt werden. Bei der in Deutschland ansässigen Denizbank AG handelt es sich um eine österreichische Universalbank, die der österreichischen Einlagensicherung unterliegt. Andere Banken, wie zum Beispiel die Bigbank aus Estland, sind in Deutschland als Direktbanken vertreten. Hier sind dann keine Niederlassungen vorhanden und die Kundenbeziehung läuft hier online ab. Dabei ist hier für die Kontoeröffnung ein Wohnsitz in Deutschland sowie ein Girokonto in Form eines Referenzkontos erforderlich.

Die Besteuerung

Wenn der Kunde seinen Wohnsitz in Deutschland hat, so ist das weltweite Einkommen hier steuerpflichtig. Das ist unabhängig davon, ob es sich bei dem Wohnsitz in Deutschland um einen Haupt- oder Nebenwohnsitz handelt.

Bei Festgeldzinsen handelt es sich um Einkünfte aus Kapitalvermögen und diese sind mit einer Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidarzuschlag abzüglich der Freigrenzen steuerpflichtig. Wenn die Person noch Kirchenmitglied ist, erhöht sich die Steuerbelastung nochmals um die Kirchensteuer.

Vor- und Nachteile für das Festgeld im Ausland

Finanzierung - Vorteile und Nachteile
Die Vor- und Nachteile für die Geldanlage im Ausland – Lohnt sich die Investition außerhalb Deutschlands.

Vorteile

  • höhere Zinssätze als im Inland;
  • Kreditinstitute innerhalb der EU Garantiehaftung für 100.000 Euro pro Anleger.

Nachteile

  • Wenn Banken außerhalb der EU sind, ist ein größeres Risiko vorhanden;
  • Währungsrisiko bei Anlage außerhalb des Euros.

Fazit: Festgeld im Ausland anlegen

Gerade bei dem aktuell vorhandenen Niedrigzinsangebot ist das eine oder andere Angebot aus dem Ausland attraktiv von der Rendite her. Schließlich bekommt man hier im Inland überhaupt keine Zinsen. Wichtig dabei ist es, dass das Kreditinstitut oder die Bank der EU-Richtlinie mit der Garantiehaftung von bis zu 100.000 Euro pro Anleger unterliegt.

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