Kein Bonitätsnachweis = Keine Wohnung?

Egal ob Ratenkäufe, Kreditverträge, Wohnungssuche, DSL-Verträge oder für einen neuen Smartphone Tarif. Alle Anbieter haben etwas gemeinsam, wenn sie etwas anbieten. Sie wollen einen Bonitätsnachweis haben. Dieser soll zum Nachweis eurer Zahlungsfähigkeit dienen. Doch ist ein Bonitätsausweis wirklich so aussagekräftig und zuverlässig? Welche Daten fließen in einen Bonitätsnachweis? Und wo erhalte ich einen Bonitätsnachweis? Wann benötige ich einen Bonitätsnachweis? Solche Fragen werden wir in diesem Beitrag beantworten. Wir zeigen euch ,wozu ein Bonitätsnachweis dient und wie ihr einen erhält.

Was ist ein Bonitätsnachweis?

Ein Bonitätsnachweis ist ein Dokument, das eure Zahlungsfähigkeit bescheinigen soll. Neben persönlichen Daten wie euer Wohnort wird auch häufig euer Zahlungsverhalten aufgezeichnet. Viele Bonitätsnachweise enthalten zudem den Bonitätsscore. Verschiedene Wirtschaftsauskunfteien (Schufa & Co) bieten eigene Bonitätsnachweis an. Je nachdem, bei wem ihr einen Bonitätsnachweis erfragt, fließen verschiedene Daten ein. Auch der Score wird von jeder Wirtschaftsauskunftei selbst errechnet (Bonitätsindex). Es gibt keinen allgemeingültigen Ansatz wie ein Bonitätsnachweis auszusehen hat. Dementsprechend sind die Wirtschaftsauskunfteien frei in ihrer Erstellung. Die Daten erhalten diese häufig von ihren jeweiligen Partnern. Dazu zählen Banken, Vermieter, Sparkassen, Telekommunikationsunternehmen und größere Unternehmen. Im Gegenzug erhalten diese Firmen die Möglichkeit auf Daten von Millionen von Bürgern zuzugreifen. Bonitätsnachweise geschehen mittlerweile häufig automatisch. Besonders Banken und Sparkassen holen sich Bonitätsnachweise bei Kreditanfragen oder Kontoeröffnung selbstständig bei ihren Partner-Wirtschaftsauskunfteien.

Wofür benötige ich einen Bonitätsnachweis?

Bonitätsnachweise sollen eure Zahlungsfähigkeit darlegen. Wir bereits erwähnt sind neben persönlichen Daten auch Risikobewertungen in ihnen enthalten (Bonitätsscore und Bonitätsindex). Viele Banken verlangen beispielsweise einen Bonitätsnachweis, wenn ihr ein neues Bankkonto eröffnen wollt. Oder sie verlangen einen, wenn ihr einen Kredit beantragt. Folgende Liste zeigt euch, wofür ihr einen Bonitätsnachweis benötigen könntet:

  • Banken und Sparkassen:
    Girkonto Eröffnung, Dispokredit einrichten, Kredit beantragen, Finanzprodukte kaufen, Immobilienkäufe
  • Vermieter und Private Leute:
    Abschluss von Mietverträgen, Private Käufe auf Ziel (Erst Ware, dann Zahlung), Private Darlehen und Gebrauchtwagenkauf
  • Telefonie, DSL, Handyverträge, Smartphonekauf mit Verträgen
  • Mietkauf und Finanzierung
    Leasing eines Autos, Mietkauf eines teuren Kühlschranks, Finanzierung eines neuen Fernsehers, Jetzt kaufen – Später zahlen – Angebote (Zahlpause)

Wie erhalte ich einen Bonitätsnachweis?

Überblick – Wo erhalte ich einen Bonitätsnachweis?

Bonitätsnachweis erhaltenWas kostet ein Bonitätsnachweis?Wie erhalte ich einen Bonitätsnachweis?
Schufa– kostenlos als Datenkopie
– sonst 3,95€ bis 29,95€
» Zu Schufa – kostenlos (Datenkopie)
» Zu Schufa – Pakete
bonify– kostenlos» Zu bonify
boniversum– kostenlos für Selbstauskunft
– gegen Gebühr für Dritte
» Zu boniversum

Einen Bonitätsnachweis stellen viele Wirtschaftsauskunfteien. Aber auch Banken und Sparkassen stellen diese aus. Eine der bekanntesten von ihnen ist die Schufa. Vermieter fordern in den meisten Fällen eine Schufaauskunft von euch, wenn ihr eine Wohnung oder Büro mieten möchtet.

Eine Auskunft bietet die Schufa, wie viele andere aber nur gegen eine Gebühr. Da ihr jedoch per Gesetz einen Anspruch auf Mitteilung der Nutzung eurer Daten habt, könnt ihr bei der Schufa mindestens einmal pro Jahr kostenlos eine Selbstauskunft einholen.

Es gibt keinen einheitlichen Bonitätsnachweis. So kann es sein, dass ihr bei der Schufa einen negativen Eintrag habt und bei anderen Auskunfteien keine. Auch die Methoden zur Berechnung des Bonitätsscores variieren.

Der Nutzen eines Bonitätsausweises ist fragwürdig

Ein Bonitätsausweis stellt zunächst einmal eine willkürliche Bewertung eurer Daten dar. Wie jemand diese zu interpretieren hat liegt allzuoft im Auge des Betrachters. Jemand mit einem Bonitätsscore von 80 ist nicht zwangsläufig weniger zahlungskräftig wie jemand mit einem Bonitätsscore von 90. Besonders junge Leute und Personen mit Eigentum werden gut bewertet. Erstere weil sie schlichtweg noch nie ein Geschäft abgeschlossen haben und daher bisher nie negativ aufgefallen sind. Letztere könnten das Egentum geerbt haben und in Wahrheit illiquide sein. Solche Fehldeutungen können schnell auftreten. Zwar arbeiten Wirtschaftsauskunfteien daran ihre Formeln zu Risikobewertung ständig zu ändern, jedoch variieren die Methoden kaum von den vorherigen.

Zudem bleibt ein anderes Problem bestehen: Die Formeln basieren häufig auf unvollständige Daten. Es kann daher passieren, dass Personen, die stets ihre Rechnungen pünktlich bezahlt haben, nur einen Bonitätsscore von 70 erhalten.

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